Unsere These: Die Klimabewegung hat sich einlullen lassen von Patriarchat, Kapitalismus und Neoliberalismus. Wir müssen uns (diesen) schmerzhaften Realitäten stellen und mutig wieder „auf die Barrikaden gehen“
…Wir müssen eine bessere Zukunft aufbauen – und wir müssen jetzt damit beginnen…
Dieses Lied, was wir gerade gemeinsam gesungen haben – dieses Lied wurde vor mehr als 10 Jahren veröffentlicht.
Wo also stehen wir im Jahr 2024? Was sagt uns die Realität?
- Wir hören und erlebten zum Teil selbst: Überschwemmungen, Stürme, Hitzewellen, Feuer
- Es gilt als nicht mehr realistisch, die 1,5 Grad-Grenze einzuhalten. Tatsächlich befinden wir uns derzeit auf einem etwa 2,7 Grad Kurs
- Dabei erklären die Männer, die die Welt verbrennen, sie werden alle verbleibenden fossilen Vorkommen ausbeuten bis zum letzten Tropfen
Und die Realität umfasst noch sehr viel mehr Faktoren als das Klima – 6 der 9 Planetaren Grenzen sind überschritten. So treibt der Mensch weiterhin völlig rücksichtslos das 6. Massenaussterben voran…
Die Realität umfasst auch ein Erstarken von Rassismus, Antifeminismus und Faschismus. Tatsache ist: Wir leben in einer Welt der existentiellen Zerstörung, der Kriege, des Hungers, der Krankheiten. Wir leben in einer Welt, in der Ausbeutung und Ungerechtigkeit die Normalität sind – im Kleinen wie im Großen.
Die Realität sagt uns damit: Wir haben uns mit einlullen lassen! Wir verleugnen mit allen anderen weiterhin die Realität. Wir simulieren Normalität. Auch wir sind noch unentschlossen bezüglich der Notwendigkeit des radikalen Systemchange und deshalb fordern wir ihn auch nicht – nicht konsequent, nicht mit aller Kraft. Wir sind Teil der kollektiven Verleugnung.
Das aber muss aufhören! Wir dürfen uns nicht mehr einlullen lassen! Wir müssen erneut Anlauf nehmen, wir müssen aufwachen, unsere Augen öffnen und uns erheben! Wer wenn nicht WIR kann und muss das tun?
„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Also lasst uns hinsehen – lasst uns immer wieder – gemeinsam – die Köpfe heben und die ja, erschreckenden Realitäten wahrnehmen – sie fühlen:
Wir Menschen zerstören unsere Lebensgrundlagen. Wir versehren, quälen und töten andere Lebewesen. Unser pathologischer Glaube, die Überlegenen, die Krone der Schöpfung zu sein, hat einen Flächenbrand genährt, der sich letztlich auch gegen uns selbst richtet…
Ja, wenn wir das wahrnehmen, sind wir entsetzt, sind wir traurig, beschämt, ängstlich…
Dann möchten wir uns verstecken – vor der Welt und vor uns selbst – aber verstecken zählt nicht!
Denn es geht um alles…
Und wir hier im Norden sind die Privilegierten – wir sind jene, welche von der Ausbeutung der Welt und ihrer menschlichen und nichtmenschlichen Lebewesen profitieren. Wir sind jene, denen es immer noch so viel besser geht.
Ja, es fühlt sich schwer an, ja es ist emotional nicht leicht auszuhalten – aber es ist unsere Verantwortung! Für die Welt, für andere – und für uns!
Also wagt es nicht aufzugeben! – ganz im Gegenteil:
Fühlt mit! Denn das macht uns zu Menschen im besten Sinn!
Seid wütend! Diese Wut ist absolut berechtigt!
Es ist unser Leben, es ist unsere Welt, es ist Eure Zukunft!
Hört auf, Euch erzählen zu lassen, Ihr müsstest nur besonders freundlich bitten! Das ist eine alte patriarchale Taktik, um uns zum Verstummen zu bringen. Es ist eben KEIN nice to have, was wir wollen. Es ist UNSER Recht auf ein gesundes, würdiges Leben!
Seid laut!
Seid klar!
Benennt die Verursachenden!
Benennt die Strukturen: Kapitalismus, Kolonialismus, Neoliberalismus, Rassismus, Faschismus, das Patriarchat.
Benennt die Konzerne, die Netzwerke.
Benennt die Täter.
Seid mutig und haltet zusammen! Lasst Euch nicht spalten mit wohlfeilen Argumenten und Sand in die Augen streuen mit einem „alles andere funktioniert ja auch nicht“
Die grundsätzliche Frage ist: Werdet IHR – werden WIR Ihnen weiter erlauben, diese Welt zu zerstören?
ODER: Wagen wir die Vision einer anderen Welt?
Eine Welt der radikalen Verbundenheit. Von Ego zu Eco – von Vereinzelung, Ausbeutung, Zerstörung hin zu einer Culture of Care. Das heißt hin zu menschlichem Sein und damit verbundenen gesellschaftlichen Strukturen, die das Wohl des Lebens, dessen Achtung und Würde in den Mittelpunkt stellen. Auch wenn uns die Herr-schenden etwas anderes erzählen: Es gibt unzählige Überlegungen und Initiativen dazu auf der ganzen Welt.
„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Es ist mehr denn je Zeit, sich der derzeitigen verhängnisvollen Entwicklung zu widersetzen. Mit jedem Mal wenn wir aufstehen – oder uns setzen – wird ein Bruch im Alten wahrscheinlicher – ein Bruch, in dem Neues wachsen kann. Hoffnung ist Handeln – auch in den dunkelsten Zeiten! Denn auch wenn wir die Katastrophen nicht verhindern und in den Kollaps geraten, es lohnt sich immer für Solidarität und Mitgefühl – für eine Culture of Care – zu kämpfen. Auch dann brauchen wir das WIR.
Fühlt mit!
Seid wütend!
Lasst uns das gemeinsam tun!
Eine andere Welt IST möglich.

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