Enough! Genug!

Wir haben genug von einer patriarchalen Culture of Uncare, die unsere Welt zerstört, unsere Beziehungen vergiftet und jede*n von uns im eigenen Sein beschädigt.

Wir streiten für eine Gesellschaft, in der die Werte einer Culture of Care maßgebend sind: Gleichwertigkeit, Fürsorge, Solidarität und Mitgefühl. Hinter diesen Werten versammeln sich die Kämpfe gegendie Zerstörung unserer Lebensgrundlagen, gegen Diskriminierung, Faschismus und Ausbeutung.

Das, was wir im Patriarchat als „Normalität“ kennen, ist geprägt von Gewalt, Ausbeutung und Rücksichtslosigkeit. Dies wird uns als natürlicher Zustand verkauft. Lang gepflegte Narrative und düstere Annahmen über die Natur des Menschen zeichnen das patriarchale Menschenbild. Darin wird „der Mensch“ ständig in einer Bedrohungssituation gesehen, in der Mitmenschen bekämpft und die Mitwelt beherrscht werden muss.

Gleichzeitig erklärt es den Mann zur Krone der Schöpfung, stets um Unabhängigkeit und eine vermeintliche Sicherheit in dieser Position ringend. Gewalt ist dem Patriarchat inhärent.

Es erhebt Unabhängigkeit, Ausbeutung, Hierarchie, Konkurrenz und Überlegenheit zu seinen zentralen Werten und erklärt sie zur unausweichlichen Selbstverständlichkeit.

Das Patriarchat findet sich wieder in allen Strukturen der Gesellschaft und beschädigt unsere Beziehungen – zu unserer Mitwelt und zu uns selbst – und gefährdet letztlich unsere gesamte Lebensgrundlage:

  • Die Umweltzerstörung eskaliert, weil wir gelernt haben, dass Unabhängigkeit, ja Egoismus mehr zählen als nachhaltiges und fürsorgliches Verhalten.
  • Der materielle Reichtum der Welt und damit gefährliche Macht befinden sich in den Händen weniger Männer, weil der patriarchale Kapitalismus rücksichtslosen Konkurrenzkampf und Gier belohnt.
  • Imperialistische Mächte mit Männern an der Spitze behandeln die Welt wie ihr persönliches Spielfeld. Ob Putin, Trump, Ukraine, Venezuela, Libanon, Sudan, Gaza – Völkerrecht wird gebrochen, Kriegsverbrechen werden begangen, es herrscht das Recht des Stärkeren. Auch das ist eine patriarchale Wertsetzung, für die FLINTA den höchsten Preis bezahlen.
  • Autoritarismus, Faschismus, Nationalismus, extreme Repressionen gegen migrantisierte Menschen, Kriminalisierung von Umweltaktivismus, Debanking, Militarisierung… All diese folgt patriarchalen Grundannahmen: Die eigene Gruppe wird als bedroht dargestellt und muss durch Stärke und erbarmungsloser Gewalt geschützt werden. Werte wie Kooperation, Mitgefühl und Sicherheit durch gute Beziehungen werden umgekehrt als „naiv und schwach“ geframt.

Die Kämpfe gegen Klimakatastrophe, Diskriminierung, Faschismus und Ausbeutung sind letztlich EIN gemeinsamer Kampf gegen die patriarchalen Werte. 

Es ist dringend Zeit, sich diesen verhängnisvollen Entwicklungen zu widersetzen – es ist Zeit und eine absolute Notwendigkeit, dieser Kultur der Rücksichtslosigkeit eine Kultur der Verbundenheit, eine Culture of Care, entgegenzusetzen und eine Welt zu schaffen, in der Menschen sich als Teil eines Lebens-Netzes und nicht als Herrscher desselben verstehen: eine Welt der Verbundenheit, des Mitgefühls, der Demut, Kooperation und Fürsorge.

Das aber ist eine feministische Welt – eine Welt der Gleichwertigkeit, der „radikalen Verbundenheit“ und Würde ALLER.

Feministische Arbeit bedeutet, patriarchale Werte (in Systemen, Körpern und Köpfen) zu identifizieren, auf allen Ebenen zu benennen und zu verlernen. Wenn wir die gemeinsamen Werte ins Zentrum setzen, können wir uns auf dieser Grundlage mit vielen zu einem gemeinsamen Kampf verbünden: für eine Kultur der Verantwortung für Mitmenschen und Mitwelt, für eine Culture of Care.

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