Rede am 8.3.25 in Leipzig

Das Motto der Demonstration am 8.3.25 in Leipzig war: „Kein Schritt zurück – für eine feministische Zukunft“ . Dass wir im Jahr 2025 immer noch und mehr denn je Abwehrkämpfe führen, anstatt mutig und freudvoll eine feministische Welt „bauen“ können, hängt sehr viel mit der enormen Widerstandsfähigkeit des Patriarchats zusammen. In einer Wechselrede haben wir es in einem Beitrag auf der Demo zu Wort kommen lassen…

Kein Schritt zurück – Was für eine Scheiße, dass wir das überhaupt zum Motto einer queer-feministischen Demo machen müssen! Eine Menge Feminist:innen auf einem Platz und wir müssen uns sagen „Kein Schritt zurück“! Aber: Wir müssen doch Schritte nach vorn machen!

Warum gehen wir nicht los – in eine feministische Zukunft?

Wir wollen einen Schritt machen – hin zu einer Gesellschaft, in der alle Menschen gut versorgt sind, Culture of Care. Aber das Patriarchat hängt uns am Bein und sagt:

Und so bezahlen wir Care-Arbeit schlecht oder gar nicht. Fürsorge ist nur in Eheform oder als Versicherung vorgesehen – ist ein Notfall, nicht Teil des gesellschaftlichen Lebens.

Oder: Wir wollen Schritte machen zu einer fairen Gesellschaft. Aber das Patriarchat hat uns unsere Überzeugung geraubt:

Und so trauen wir uns Solidarität gar nicht zu, bleiben zaghaft und diplomatisch. Währenddessen wird die Schere zwischen Arm und Reich immer größer und narzisstische Egomanen gewinnen global an Macht.

Wir wollen Schritte machen zu einer nachhaltigen Gesellschaft. Aber das Patriarchat lullt uns ein in seine Normalität der Gewalt, die schon immer so war. So spricht niemand von dem Schaden, den das Patriarchat anrichtet.

Das raubt uns die Möglichkeit, uns eine Welt ohne Gewalt vorzustellen. Und so benennen wir das Patriarchat nicht als Täter. Nur am Rande und ohne Empörung nehmen wir den Tatbestand wahr: Missbrauch, Ausbeutung, Zerstörung.

Das Patriarchat ist der Vater aller Krisen mit denen wir kämpfen: Autoritarismus, Care-Krise, Ökologische Krisen, Gewalt an Menschen und Natur. Die Werte, die im Patriarchat gepflegt werden – Egoismus, Hierarchiedenken, Ungleichwertigkeit, Härte – haben uns in eine Welt voller Gewalt, grenzenloser Ausbeutung und Zerstörung allen Lebens geführt.

Gleichzeitig sorgt das Patriarchat dafür, dass wir uns für sogenannte weibliche Werte wie Mitgefühl, Demut, Fürsorglichkeit, Verletzbarkeit und den Wunsch nach Verbundenheit schämen. So bitten wir verschämt, statt wütend zu fordern.

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